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Wissenschaft

Der unsichtbare Wohnraum
Vom Titelbild der Dissertation

Wir brauchen Wohnraum, aber Bauen belastet das Klima: Der Wohnungsneubau eines Jahres verursacht ähnlich viele Treibhausgase wie die Nutzung sämtlicher 43 Millionen Altbauwohnungen. Das ist ein Ergebnis meiner Dissertation „Der unsichtbare Wohnraum: Wohnsuffizienz am Beispiel „Wohnen für Hilfe““.

Sie entstand begleitend zu meiner Beteiligung am Forschungsprojekt OptiWohn, bei dem wir 2019 – 2022 Beratungsprogramme für Eigentümer in Göttingen und Tübingen aufbauten. Im BMBF-geförderten Projekt arbeitete ich an der Carl von Ossietzky Universität im Fachgebiet Ökologische Ökonomie.

In der Dissertation zeige ich, wie wir mit sozialen Programmen Wohnraum besser nutzen: So lassen sich 100.000 Wohnungen pro Jahr mobilisieren, etwa ein Drittel des Neubauvolumens. Es geht vor allem um Beratung für meist ältere Eigentümerinnen, die nach Auszug der Kinder im zu groß gewordenen Haus wohnen und den Raum besser nutzen möchten.

  • Die Formel 3U&VW zeigt fünf Werkzeuge, Wohnraum besser zu nutzen: Untermieter vermitteln, Umzug in kleinere Wohnung, Umbau und Wohnungsteilung, Vermittlung leerstehender Wohnungen an Sozialmieter und schließlich gemeinschaftliches und flächensparendes Wohnen.
  • Besonders erfolgversprechend ist das Vermittlungsprogramm für ein „Zusammenwohnen der Generationen“ (Homeshare, in Deutschland „Wohnen für Hilfe“): Wohnpaare von Jung und Alt werden zusammengebracht und helfen sich gegenseitig. Als zweites Erfolgsmodell gibt es „soziale Wohnraumvermittlung“ – Vermieter erhalten Mietgarantien, Begleitung des Mietverhältnisses und einen Zuschuss. Dadurch trauen sie sich wieder, zu vermieten, und leerstehende Wohnungen werden dem Wohnungsmarkt zugefügt. Diese beiden Vermittlungsmodelle kann man durch weitere Werkzeuge ergänzen und eine Wohnraumagentur gründen, die Eigentümerinnen unterstützt.
  • Ergänzend sollte ein Förderprogramm jeden Quadratmeter „unsichtbaren Wohnraum“ fördern, der nutzbar gemacht wird.

Der unsichtbare Wohnraum bietet Antworten auf Wohnraummangel, Klimakrise und Einsamkeit.

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