Über mich

Foto Daniel Fuhrhop; Fotgraf Frank Fendler.

Beim Deutschen Nachhaltigkeitstag 2015 während einer Podiumsdiskussion. Foto: Frank Fendler.

Mein Name ist Daniel Fuhrhop und ich wandelte mich vom Architekturverleger, der fünfzehn Jahre lang vor allem über Neubauten publizierte, zum Buchautor (Verbietet das Bauen! und  Willkommensstadt) und zum Bauverbot-Blogger, der sich gegen den Neubau wendet. Das scheint ein weiter Weg. Doch gerade die intensive Beschäftigung mit Bauen und Architektur ließ mich zu der Einsicht kommen, dass es so nicht weitergehen kann. Die Bauwut bei Bürotürmen, Wohnsiedlungen und Shopping-Centern muss beendet werden.

Meine Argumente für eine radikale Änderung unserer Art des Bauens und Wohnens kommen aus verschiedenen Bereichen des Stadtwandels, was auch an meinem Werdegang liegt: Erst begann ich ein Studium der Architektur an der Technischen Universität Berlin und absolvierte es bis zum Vordiplom (und einer Hauptdiplomprüfung in Baukonstruktion). Doch da sich meine Kreativität weniger auf das dreidimensionale Gestalten von Räumen erstreckt, als auf den zweidimensionalen Umgang mit Text und Bild, wechselte ich mit dem Ziel, ins Verlagswesen zu gehen, zur Betriebswirtschaftslehre und wurde Diplom-Kaufmann. Seit dieser Zeit betrachte ich das Bauen auch aus ökonomischer Richtung. In meiner Diplomarbeit ging es beim Stadtplaner und Architektursoziologen Harald Bodenschatz um eine Betrachtung von Shopping-Centern und Stadtzentren aus immobilienwirtschaftlicher und stadtplanerischer Sicht.

Nach dem Studium wurde ich 1998 zum Unternehmer und gründete den Stadtwandel Verlag mit Hauptsitz in der Berliner Solmsstraße 22, über dessen Publikationen es auf dieser Webseite einige Informationen gibt. Doch nach vielen Jahren, in denen mein Verlag einen schillernden Neubau nach dem anderen präsentierte, wuchs meine Skepsis gegenüber dem Bauen. Noch als Verleger begann ich, mit Experten aus Stadtplanung, Architektur und Immobilien nach einem sinnvollen „Stadtwandel in Zeiten des Klimawandels“ zu suchen und startete die gleichnamige Publikationsreihe. Zu 2013 verkaufte ich meinen Verlag, und auch wenn dies viele Gründe hatte, so gehörte dazu der Wunsch, nicht mehr für Neubau zu werben, sondern ihn zu kritisieren.

Im Herbst 2013 startete ich den Blog „Verbietet das Bauen“ mit Texten, Podcasts und Filmen, die zeigen, wie schädlich das Bauen ist und wie gut wir ohne auskommen könnten, indem wir Leerstand beseitigen, Fläche effizient nutzen und uns darauf besinnen, was wir schon haben – unsere Häuser und Städte.
Im August 2015 erschien das Buch „Verbietet das Bauen!“ im oekom Verlag. 2016 folgte das Buch „Willkommensstadt. Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden“; es erschien 2017 zusätzlich in einer Sonderedition der Bundeszentrale für politische Bildung.
Mein Text zum „Willkommensdorf“ wurde 2016 mit dem 1. Preis ausgezeichnet beim IREBS-Ideenpreis „Immobilien für eine alternde Gesellschaft“ (mehr hier). Der Text „65 Quadratmeter für zwei, zehn und zweihundert Menschen“ war Preisträger beim Wettbewerb „Berlin plant immer noch“ 2017, mehr dazu hier.

Um den Bauverbot-Blog nicht zu überfrachten, befinden sich davon getrennt auf dieser Webseite alle Informationen zu Terminen von Vorträgen, Links zu weiteren eigenen Texten, eine Auswahl meiner Fotos sowie Presseberichte.

Kontakt für Vorträge, Fragen, Ideen:
Daniel Fuhrhop
Bürgerstraße 57a
26123 Oldenburg
Tel.: 0441-933 26 95
Fax: 0441-935 15 70
E-Mail: post (ätt) daniel-fuhrhop (punkt) de

„Kleingedrucktes“ findet sich im Impressum in der Fußleiste.

Foto Daniel Fuhrhop

Auf einer Feier in Oldenburg. Foto: Axel Hahn.

 

11 Gedanken zu „Über mich

  1. Peter Lange

    Sehr geehrter Herr Fuhrhop,

    Wie Ihnen sicherlich bekannt ist möchte der Investor MacArthurGlen in Remscheid Lennep ein FOC errichten. Dafür soll ein Sportstadion, eine Grundschule und ein Schützenplatz geopfert werden. Neben den schlimmen Folgen für das Stadtbild von Lennep befürchten viele Bürger eine starke Minderung ihrer Lebensqualität. Immerhin soll das FOC mit ca.72.000qm so groß werden wie die Lenneper Altstadt das geplante Parkhaus soll 4 Etagen hoch werden und auf dem Schützenplatz errichtet werden.
    Wir als Bürgerinitiative haben das klare Ziel die Umsetzung des Vorhabens zu verhindern. Die Bezirksregierung hab für das Vorhaben im Juni grünes Licht gegeben. Sie beruft sich auf das Einzelhandelskonzept des Gutachter Büros Stadt und Handel und auf das Gutachten des Gleichen Büros. In diesem Konzept wird Lennep als 2tes Zentrum neben Remscheid-Stadt definiert. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung zur Genehmigung erfüllt.
    Zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung haben die Bürger und Nachbarstädte ca. 150 Eingaben gemacht, die von der Verwaltung teils grob beantwortet wurden.
    (Mehr dazu auf unserer WEB Seite unter Ratssitzung 25.09.2014 TOP 6).
    Am 26.02.2014 haben wir eine Bürgerversammlung durchgeführt auf der Herr Brune einen Vortrag gehalten hat.
    Bei Recherchen im Internet bin ich auf Ihre Webseite „Verbietet das Bauen“ gestoßen.
    Wie sehen Sie das Projekt in Remscheid ? Städtebauliche Folgen? Folgen für den Einzelhandel? Entwicklung der Lebensqualität? Arbeitsplätze?
    Haben Sie noch Ideen und Anregungen für uns die helfen könnten dieses Vorhaben zu kippen?
    Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen. Auch ein Eintrag im Gästebuch wäre toll.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Lange
    Bürgerinitiative Lennep e.V.
    http://www.doc-remscheid-lennep.de

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    1. Stadtwandel

      Sehr geehrter Herr Lange,

      in Wuppertal aufgewachsen und heute noch immer wieder in Cronenberg zu Gast, ist mir sehr bewusst, wie abstrus der Gedanke ist, der beschauliche Stadtteil Lennep könne eine Art „zweites Stadtzentrum“ für Remscheid bilden oder gar ein Center mit 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche verkraften. Man sollte auch den Zusammenhang zum noch leerstehenden ehemaligen Hertie-Gebäude in Lennep beachten: So schön es ist, dass dort nun vermutlich nach fünf Jahren endlich ein Nutzer kommt, so droht ein neuer Kaufland mit vielleicht um die 10.000 Quadratmeter Handelsfläche geschätzte 40 bis 50 Millionen Euro von anderen Orten wegzunehmen. Dann noch ein doppelt so großes Outlet-Center, wer mag da noch behaupten, die eingesessenen Handelsorte in Lennep, Remscheid und den Nachbarstädten würden nicht schwer betroffen? Lassen Sie uns dazu auch direkt per E-Mail Kontakt aufnehmen. Viel Erfolg bei Ihrer Abwehrarbeit und herzliche Grüße, Daniel Fuhrhop

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  2. Peter Wittfeld

    Sehr geehrter Herr Fuhrhop,

    ergänzend zum obigen Beitrag passen die geplanten Maßnahmen in meiner Heimatstadt Wipperfürth.
    Hier setzt man momentan ein InHK (Integriertes Handlungskonzept) um und möchte unter anderem durch Erhöhung der Aufenthaltsqualität das Einkaufserlebnis steigern.
    In der Vergangenheit hat man durch die Ansiedlung von Märkten außerhalb des Zentrums eben diesem schon sehr geschadet und Kaufkraft nach außen verlagert. Jetzt wird dem Zentrum, durch eine unsinnige Verkehrsführung, der Rest gegeben. Darüberhinaus soll der bislang als Parkplatz dienende Marktplatz möglichst autofrei und mit einer aufwändigen „Spanischen Treppe“ bebaut werden.
    Meiner Meinung nach dient Wipperfürth weniger der Befriedigung eines Einkaufserlebnisses, sondern eher der Nahversorgung.
    Insbesondere da in Remscheid ein Outlet geplant ist und in Gummersbach vor kurzem das neue Forum eröffnet wurde, dürften die Maßnahmen in Wipperfürth am Bedarf vorbei geplant sein.
    Leider dringen wir mit unserer Bürgerinitiative nicht durch, Verwaltung und Politik stellen auf stur. Auch die Presse begleitet die Maßnahme unkritisch.
    Hätten Sie vielleicht eine Idee wie wir den Unsinn verhindern können, oder sehen wir das falsch?

    Herzlichen Gruß,

    Peter Wittfeld

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    1. Fuhrhoppy Beitragsautor

      Sehr geehrter Herr Wittfeld,
      so weit ist Wipperfürth nicht von meiner Heimatstadt Wuppertal entfernt, und zum FOC Remscheid habe ich bereits berichtet: http://www.verbietet-das-bauen.de/bergisches-center-dreieck/. Sie werden in wenigen Tagen auf dem Bauverbot-Blog einen weiteren Beitrag zur Entwicklung dort finden. Die Konkurrenz dieser drei Großstädte im „bergischen Center-Dreieck“ sollte – da sind wir einer Meinung – nicht dadurch (auf kleinerer Ebene) nachgespielt werden, dass auch die Klein- und Mittelstände des bergischen Landes sich nun gegenseitig die Kunden abwerben, etwa durch Shopping-Center wie in Gummersbach. Auch dort und natürlich in Wipperfürth sollte es um Nahversorgung gehen, wobei das ein gewisses Einkaufserlebnis nicht ausschließt. Traurig also, wenn außerhalb des Zentrums bereits weitere „Märkte“ angesiedelt wurden, wie Sie berichten.
      Schwer zu beurteilen fällt mir allerdings die weitere Planung im Handelskonzept. Wenn eine Handelsstraße im Stadtzentrum autofrei oder zumindest verkehrsberuhigt wird, dann protestieren zwar häufig betroffene Einzelhändler, doch möchte ich darauf hinweisen, dass gerade die hochprofessionellen Shopping-Center es gerade NICHT möglich machen, dass der Kunde direkt vor dem Ladenlokal parkt – er soll mehrere hundert Meter (natürlich nicht mehrere tausend Meter) entfernt parken, um dann an möglichst vielen anderen Ladenlokalen entlang geführt und somit zum Einkauf verführt zu werden.
      Zur „spanischen Treppe“ in Wipperfürth verrät mir selbst eine verbreitete Suchmaschine nichts und ebensowenig ein kurzer Blick in das erwähnte Handlungskonzept. Sollte es tatsächlich so sein, dass an die Stelle eines Parkplatzes ein millionenschwerer Umbau als Nachbau der römischen spanischen Treppe geplant ist, so finden Sie mich auf Ihrer Seite.
      Inwiefern ich Ihnen bei der Abwehrarbeit dann helfen könnte, müssten wir durch einen direkten Kontakt ermitteln (siehe Kontaktdaten oben).
      Herzliche Grüße ins bergische Land
      Daniel Fuhrhop

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  3. Karl Napf

    Endlich, Herr Fuhrhop, sagt einer, was Sache ist. Ich verfolge seit mehr als 50 Jahren beruflich und privat den politischen Unfug in Sachen Wohnungsbau. In Ostdeutschland hat man 50 % Abschreibungen für Wohnungen gewährt, um blühende Landschaften zu schaffen, und derzeit gibt es dort viel Leerstand und Zuschüsse für den Abriss.
    Jetzt lese ich täglich, daß in Deutschland dringend neue Wohnungen gebraucht werden. In Deutschland stehen außer in wenigen Großstädten Millionen Wohnungen leer und oder sind wertlos.
    Jetzt sollen in den Ballungsgebieten mit Zuschüssen neue Wohnungen für Flüchtlingen gebaut werden. Sie sollten Beispiele machen, was z.B. in München oder Hamburg eine neue Wohnung kostet, und wer an Flüchtlinge vermieten möchte.
    Unlängst wurden zum Erhalt der schwarzen Null in Deutschland über eine Million Sozialwohnungen verkauft; zuletzt in Baden Württemberg 25 000 und in Bayern 32 000. Also mit Zuschüssen neue bauen und wieder an die großen Aktiengesellschaften mit steuerlichem Sitz in Luxemburg verkaufen.

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  4. Silvio Lux

    Sehr geehrter Herr Fuhrhop,

    Ihrer Argumentation für einen kompletten Neubaustopp und vor allem der Begründung stimme ich komplett zu.
    Leider ist es jedoch komplett unrealistisch zu glauben, dass das Gehör findet oder gar ansatzweise umgesetzt wird.
    Was in diesem Wirtschaftssystem komplett zu Grunde liegt ist Lobbyismus und Politik. Das schließt Vernunft weitgehend (komplett) aus.

    Trotzdem viele Grüße
    Si.Lux
    Vors. d. Kammergruppe Vogtland d. Architektenkammer Sachsen

    Antworten
    1. Fuhrhoppy Beitragsautor

      Sehr geehrter Herr Lux,
      vielen Dank für ihre zustimmenden Worte. Mancher meint, dass auch die Architekten zu den Neubau-Lobbyisten gehören – wenn aber sogar Sie als Vertreter einer Architektenkammer so offen sind für ein Umdenken, dann gibt das Anlass zur Hoffnung, dass die Botschaft des Buches „Verbietet das Bauen!“ gehört wird und seine Vorschläge mit Interesse aufgenommen werden.
      Viele Grüße ins Vogtland
      Daniel Fuhrhop

      Antworten
  5. Müller, Sonja

    Sehr geehrter Herr Fuhrhop, vermutlich haben Sie in Ihrem Buch folgenden Aspekt berücksichtigt, ich schreibe es trotzdem prophylaktisch: unsere Mutter bewohnte allein ein Haus mit 140 qm Wohnfläche und großem Garten. Sie wäre gerne in eine Wohnung mit Südbalkon gezogen. Sie sagte: wenn sie das Haus vermieten würde, könne sie nach Steuern die entsprechende Miete kaum zahlen.
    Aber so war genug Platz für Kinder und Enkel bei Besuchen. Folglich blieb sie bis zu ihrem Tod in dem viel zu großen Haus.
    Überdies finde ich die Grunderwerbsteuer und die Kaufnebenkosten absurd hoch. Das verhindert beruflich bedingte Umzüge oder Umzüge in kleinere Wohnungen.
    Volle Zustimmung von meiner Seite zu Ihrem Vorschlag! MFG S. Müller

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    1. Fuhrhoppy Beitragsautor

      Sehr geehrte Frau Müller,
      danke für Ihren Hinweis, und in der Tat widmet sich Seite 134 den Hürden beim Umzug (beziehungsweise Werkzeug 42 von 50, die Neubau überflüssig machen) – und rechnet beispielhaft vor, dass unterm Strich bei einem Umzug so viel Fläche frei wird, dass es sich lohnen würde, diesen ordentlich zu bezuschussen.
      Freundliche Grüße, Daniel Fuhrhop

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  6. Eva Märgner

    Hallo Herr Fuhrhop,
    ich lese gerade Ihr Buch und finde wunderbare Bestätigung. (Wir renovieren gerade ein Haus von 1929)
    Es gibt noch viel zu tun… Die Lobby der Bauindustrie ist sehr stark. Hier (in Freudenstadt) werden, wie von Ihnen beschrieben viele Gründerzeithäuser abgerissen, oder verfallen. Es hier aber zum Glück auch eine Denkmalverein, der sehr aktiv ist und sich bemüht Häuser zu erhalten (https://www.facebook.com/Denkmalverein-Freudenstadt-eV-942700569145453/?fref=nf).

    Vielen Dank, das sie dieses Buch geschrieben haben, ich werde es noch einigen Leuten schenken und empfehlen! Denn so hat man bei Diskussionen auch mehr Argumente in der Hand.

    Auch ein schönes Beispiel der Umnutzung gibt es in Karlsruhe. Der Schlachthof in der Oststadt wird zum Kulturviertel… Bsp.http://www.k3-karlsruhe.de/journal/fettschmelze, http://www.fettschmelze.org

    Grüße aus dem Schwarzwald
    E. Märgner

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