Auf dem Weg zur Umbaukultur-Konferenz

Wer sich gegen Neubau wendet, muss sich mit dem Umbau beschäftigen, und darum fahre ich zur Konferenz „Umbaukultur“ am 24.1. in Gelsenkirchen (die bereits ausgebucht ist). Zur Einstimmung landet auf meinem Blog „Verbietet das Bauen“ ein kurzer Film zu Abbau vs. Neubau in Wilhelmshaven.

Screen shot Umbaukultur-Konferenz

Die Konferenz wird von der nordrhein-westfälischen Landesinitiative Stadtbaukultur organisiert, und das stimmte mich eigentlich skeptisch, denn der Begriff „Baukultur“ erscheint mir arg schwammig und wird nicht immer mit Leben gefüllt. Doch diesmal sieht es vielversprechend aus, denn die Konferenz beschäftigt sich auf verschiedene Weisen mit Umbau – künstlerisch, technisch und wirtschaftlich, wie das Programm zeigt. Darin ähnelt sie meinem Anspruch, verschiedene Fachwelten wie Immobilien, Architektur, Klimaschutz und Stadtplanung zusammenzubringen, die sich alle aus ihren Perspektiven mit dem Stadtwandel beschäftigen.

Zum Auftakt wird Muck Petzet sprechen, mit dem es auf dem Blog „Verbietet das Bauen“ in der Reihe „Wahrheit beginnt zu zweit“ ein Gespräch zu hören gibt. Ganz in seinem Sinn schreibt Tim Rieniets vom Veranstalter „Stadtbaukultur NRW“ im Konferenz-Reader, man könne eine neue „Lust am Umbau“ beobachten. Die Herausforderung, unsere Häuser umzubauen, beziehe sich auf den „ganz normalen Alltagsbestand“, es geht also nicht nur um die per Denkmalschutz gewürdigten Perlen der Baukultur. Zwar stelle sich die Bauwirtschaft auf das Energiesparen um, aber, so schreibt Rieniets: „Wieviel Einsparpotential haben neue Technologien wirklich, wenn wir gleichzeitig immer mehr Komfort und immer mehr Wohnraum pro Person beanspruchen?“ In der Tat führt die von Rieniets skizzierte Strategie in die Sackgasse, „die Grenzen des Wachstums durch immer mehr Wachstum zu überwinden“.

Viel Streit gab es in der Vergangenheit um den Tagungsort, das Hans-Sachs-Haus. Ursprünglich ein wunderschöner Backstein-Bau von 1927, entworfen von Alfred Fischer, sollte es gründlich saniert werden. Doch dann wurden immer höhere Kosten vorhergesagt und schließlich blieb nur die Fassade stehen, während das Haus selbst abgerissen und durch einen Neubau im alten Gewand ersetzt wurde. Das ist nun die Art von Fassadenschwindel, die meine Erachtens nichts mit Respekt vor Gebautem und mit Denkmalschutz zu tun hat. Andererseits zeigen die befürchteten hohen Kosten einer Sanierung, wo die Grenzen des Umbaus liegen. Damit Häuser garnicht erst so sehr verfallen, dass es derart teuer wird, müssen wir sie regelmäßig pflegen, dann wäre auch das Hans-Sachs-Haus zu erhalten gewesen.

Hans-Sachs-Haus Fassade

Wer die Reisekasse aufbessern möchte, kann nachfolgend flattern oder hier über Wege lesen, meine Tätigkeit zum Stadtwandel zu unterstützen. Vielen Dank!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.