Schlagwort-Archive: Shopping-Center

Zum Start nach Wuppertal

Wuppertal Institut in Baustelle

Rechts der Hauptbahnhof Wuppertal, vorn die Baustelle für das Millionenprojekt Döppersberg, und in Bildmitte wird zukünftig ein Primark-Kaufhaus für Billigtextilien die Sicht versperren, wo man noch das Wuppertal Institut erblickt.

Es passt mehrfach gut, dass die erste Buchvorstellung mich am Mittwoch, den 26. August – nur zwei Tage nach dem Erscheinen im Buchhandel – nach Wuppertal führt: Inhaltlich verbindet mich vieles mit der Suffizienzforschung am gastgebenden Wuppertal Institut, außerdem bin ich in der Stadt aufgewachsen, und beobachte darum besonders aufmerksam und oft mit großer Wut, wie sich die Stadt derzeit entwickelt – beispielhaft dargelegt in einem Beitrag zu den FOC- und Center-Plänen im bergischen Center-Dreieck. Seit diesem Text gibt es schon wieder neue Pläne für weitere 4.000 Quadratmeter Handelsfläche (als ersten Schritt) nur wenige Schritte entfernt. Genug lokalen Anlass also, in Wuppertal über ein Ende der Bauwut zu sprechen – die Details hier oder auf dieser Webseite.

Warum nach Wien

Aspern Broschüre 650

In der kommenden Woche fahre ich vier Tage nach Wien (zwei Reisetage eingerechnet), obwohl vor allem ein Neubau-Projekt den Anlass bietet: die Seestadt Aspern, in der einst 28.000 Menschen wohnen sollen. Einmalig jedoch ist die Art, wie dort Läden angesiedelt werden – in den Erdgeschossen ganz normaler Häuser in ganz normalen Straßen, und trotzdem aus einer Hand betrieben wie bei einem Centermanagement. Meiner Meinung nach muss man sich mit solchen wegweisenden Konzepten auseinandersetzen, wenn man gegen Shopping-Center wettert; aus ähnlichen Gründen beschäftigte ich mich mit dem Französischen Viertel Tübingen. Ob und wie das neue Asperner Modell auch in bestehenden Stadtviertel umzusetzen wäre, ist unklar, doch mir scheint es äußerst wichtig, das zu erforschen – wichtig genug für diese Recherche-Fahrt von Oldenburg nach Wien. Den Anlass bietet ein Artikel von mir in der „Immobilien Zeitung“ , der Mitte August erscheinen wird. Als Gastbeitrag wird er nicht mit Euros entlohnt, wer also diese Forschungen zum Stadtwandel unterstützen möchte, der kann sich hier über die Wege informieren, die Reisekasse aufzubessern. Danke!

Fahrt zu „markt intern“

Verlagshaus "markt intern"

In dieser Woche stehen gleich mehrere Fahrten an: Bevor es wie angekündigt zum Vortrag bei der IG Bauernhaus geht, gibt es einen Termin in Düsseldorf bei markt intern, nach eigenen Angaben „Europas größte Verlagsgruppe für Brancheninformationsdienste“, die aber nicht nur informiert, sondern auch Stellung bezieht, „konsequent und kompromisslos für die Belange der mittelständischen Freiberufler, Gewerbetreibenden, Einzelhändler und Handwerker“, so die eigene Webseite. Das verbindet sich mit meinem Engagement gegen Shopping-Center und gegen die Überformung unserer Städte durch kapitalgetriebene Großinvestitionen, bei denen oft nur die großen Filialisten Platz bekommen, während der alteingesessene Handel leidet. Die Einladung zum Redaktionsgespräch erfolgte nach dem Gespräch mit Walter Brune auf „Verbietet das Bauen“.

Klemensviertel Düsseldorf von Walter Brune

Klemensviertel mit Uhrenturm

Der Marktplatz des Klemensviertels wird vom „Zeitturm“ gekrönt, den der Aachener Bildhauer und Maler Benno Werth geschaffen hat. Die Brücke rechts hinten verbindet die obere Ladenebene.

Beim Gespräch mit Walter Brune hatte er mir das Buch über seine Handelsbauten geschenkt. Die Darstellung des Klemensviertels in Düsseldorf Kaiserswerth machte mich neugierig, denn es ist ein schönes kleines Stadtteilzentrum mit offenem Platz, aber aus einer Hand in den 1980er Jahren entworfen und bis heute aus einer Hand gemanagt. Neulich ließ sich ein Abstecher dorthin einrichten und davon hier einige Impressionen. Weiterlesen

Zurück aus Düsseldorf

KöBogen Düsseldorf

Die Schauseite von Shopping-Centern ist manchmal einladend gestaltet, aber sobald man zur Seite tritt, findet man Ödnis und Notausgänge. Um das aufzuhübschen, steht beim Kö-Bogen Düsseldorf etwas Kunst.

Eine Fahrt nach Düsseldorf führte mich zum Gespräch mit dem 88jährigen Architekten, Unternehmer und Stadtplaner Walter Brune, wie vorab berichtet. Es wird bald auf „Verbietet das Bauen“ zu hören sein und war, das darf ich ankündigen, sehr faszinierend. Es ist eine Sache, zu wissen, dass dieser Mann das gigantische Rhein-Ruhr-Zentrum entwickelt hat, später einsah, dass dies ein Fehler war, und heute engagiert gegen Shopping-Center Weiterlesen

Termin bei Walter Brune

Titelbilder Bücher Walter Brune

Täuschend ähnlich sehen die beiden Ausgaben von „Angriff auf die City“ aus, doch in einer der beiden wurden nach Intervention des Centerentwicklers ECE einige Stellen geändert. Rechts ein weiteres Buch von Walter Brune (und Holger Pump-Uhlmann) zum Thema Center am Beispiel des Centro Oberhausen.

Vom Entwickler des Rhein-Ruhr-Zentrums, eines riesigen Shopping-Centers fernab der Stadtzentren, wandelte sich Walter Brune zum Gegner von Centerentwicklern wie ECE und deren großen innerstädtischen Centern. Vom Saulus zum Paulus? Aber da gibt es ja noch die kleinen, integrierten Einkaufszentren wie die Kö-Galerie, die Brune Weiterlesen

„Verbietet das Bauen“ auf „mein Eichplatz“

screenshot mein Eichplatz

Ein Text zum Blog „Verbietet das Bauen“ jetzt auf der Webseite der Bürgerinitiative gegen ein Shopping-Center in Jena mein Eichplatz.

Im März wird es spannend: Dann startet eine Bürgerbefragung zum Eichplatz-Projekt, deren Ergebnis zwar nicht verbindlich sein wird, aber bei hoher Beteiligung und eindeutigem Ergebnis sicher eine Weiche stellt. Daumen drücken für Jena und gegen das Eichplatz-Center!

Mehr zu Jena in diesem Beitrag, mehr zu Shopping-Centern hier im Überblick.

Zurück vom Stadtwandel in Berlin

Überall in Berlin Neubau, zum Beispiel am Leipziger Platz: Das bald zweitgrößte Shopping-Center der Stadt wird gebaut, und die 200 Millionen Euro, die dort dann jedes Jahr ausgegeben werden, fehlen zukünftig den Händlern der Handelsstraßen in den Bezirken und in anderen Städten.

Center Leipziger Platz

Vom Leipziger Platz aus wird das neue Shopping-Center sich über einen gigantischen Häuserblock erstrecken, durchkreuzt von den centertypischen überdachten Passagen.

Am Leipziger Platz kam ich kurz vorbei auf dem Weg von einem recht kontroversen Gespräch mit Roland Stimpel, dem Chefredakteur des Deutschen Architektenblattes, das bald auf dem Blog „Verbietet das Bauen“ zu hören sein wird. Weiterlesen

Auf dem Weg: Stadtwandel in Berlin

Bergmannstraße Berlin

So lebendig lieben wir die Stadt: Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg.

Für Gespräche und Diskussionen geht es in der kommenden Woche nach Berlin. Zwar wird vorher noch ein Film zu der Frage erscheinen, ob Bauen wirklich überall verboten werden soll, oder ob es nur um die umstrittenen Bauvorhaben wie das Tempelhofer Feld und Prestigeprojekte geht. Dennoch jetzt schon ein Ausblick auf die anstehende Reise. Der erste Stop ist allerdings noch vor Berlin, denn er liegt von Oldenburg aus auf dem Weg : In Braunschweig treffe ich Holger Pump-Uhlmann. Er ist Architekt und arbeitet im Büro alt + neu auch architekturbezogen, doch mein Interesse bezieht sich auf sein Engagement gegen Shopping-Center. So gab er 2006 das Buch Angriff auf die City mit heraus, Weiterlesen

Beitrag auf „Jenapolis“ erschienen

Jenapolis csreenshot

Mein Beitrag „Jena ist überall“ erschien auf dem Portal Jenapolis und ist nun auch auf dem Blog „Verbietet das Bauen“ zu lesen. Jenapolis widmet sich vielen Themen aus Jena, aber auch dem Kampf gegen das geplante Shopping-Center am Eichplatz, gegen das außerdem eine Bürgerinititative angeht. Neben dem Beitrag wird daher auf Jenapolis der centerkritische kurze Film Angriff auf Zittau verlinkt.

Übrigens unterhalten sich die Jenenser in den Kommentaren zum Beitrag auf Jenapolis nun darüber, wo bereits Läden leerstehen – also jetzt, auch ohne 10.000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche in einem neuen Shopping-Center. Der Abwehrkampf dagegen fällt nicht leicht: Die Investoren wie die Firma OFD oder das kommunale Wohnungsbauunternehmen Jenawohnen haben große Budgets für PR & Marketing pro Center, aber die Centergegner müssen jedes Flugblatt selbst finanzieren.

Zu allen meinen Texten und Filmen zu Shopping-Centern gibt es hier einen Überblick.

Nachtrag zu Shopping-Centern: Beispiel Oldenburg

Heute ein Jubelartikel in der Oldenburger Nordwest-Zeitung, demzufolge es dem Handel hier SUPER geht. Im Jubeltext sind zwei verräterische Dinge versteckt:
– Die Kaufkraft fließt nach Oldenburg, wohl wahr. Aber denkt jemand, sie fließe aus dem Nichts hierher, oder leiden nicht eher die Händler bis ins Umland in die kleineren Gemeinden hinein? Was natürlich nicht nur am Center liegt, doch es verstärkt die Zentralisierung genauso wie neue Fachmarktzentren und Discounter.
– Wo Licht ist, da fällt auch Schatten, schreibt der Autor, und bemängelt, dass manche Menschen nun weiter fahren müssen zum nächsten Supermarkt. Die Konzentration in der Mitte ist eben immer das Gegenstück zur Entleerung am Rand.
Ein Konzept soll nun die Entwicklung des Einzelhandels leiten. Tja, ein Konzept gab es schonmal – und wurde dann über den Haufen geworfen, als die Centermacher von ECE kamen.

Nach dem Schreiben dieses Beitrags sendete ich den Link an den zuständigen Redakteur der NWZ, der mich fragte, ob dies als Leserbrief gemeint sei. War es zwar ursprünglich nicht, aber andererseits kann es nicht schaden – und so steht der Beitrag nun als Leserbrief in der Nordwest-Zeitung.

Beiträge zu Shopping-Centern

Shopping-Center Playmobil

Das zwölfte Kapitel im Buch „Verbietet das Bauen!“ widmet sich „lebendigen Städten ohne Amazon und ECE“ und wendet sich auch gegen Shopping-Center.

Für den Blog „Verbietet das Bauen“ gibt es nachfolgend einen Überblick zu verschiedenen Beiträgen, die sich um Center und ihre Folgen drehen – und teilweise auch um andere Formen der Bauwut im Handel. Das Thema beschäftigte mich schon Ende der 1990er Jahre in einer Diplomarbeit bei Harald Bodenschatz zu Shopping-Centern aus betriebswirtschaftlicher und stadtplanerischer Sicht.

Kurz davor wurde in meiner Heimatstadt Wuppertal ein ECE-Center gebaut, und dazu gibt es einen historischen Text von 1996. Von der 2012/13 diskutierten Erweiterung dieses Centers handelt der kurze Film Stadtwandel in Wuppertal. Dazu gab es einen kleinen Text-Nachtrag.
2015 drohen gleich mehrere neue Shopping-Center, Factory Outlet Center, Ikea und Primark im bergischen Center-Dreieck Wuppertal, Solingen und Remscheid. Der Streit zwischen den Kommunen führt zum Krach im bergischen Center-Dreieck.
Und in Duisburg sah es lange Zeit auch nicht besser aus. Doch 2016 eine Wende, um die es unter anderem in diesem Beitrag geht.

Mein Umzug nach Oldenburg 2007 kam leider genau passend dazu, dass auch dort ein ECE-Center eröffnet wurde. Es war angeblich ganz klein, doch seine wahre Größe lässt sich berechnen. Die Folgen zeigten sich dann bald am anderen Ende der Innenstadt.
Zu Oldenburg ein aktueller Nachtrag.
Dieses ECE-Center kriegt nicht genug: 2014 ein Update über unersättliche Center. Und weil das ECE-Center immer noch nicht genug kriegt, folgte 2017 der Text Unersättliche Center Teil 2.
Auch andere große Verkaufsflächen schaden den bestehenden Händlern, zum Beispiel ein neues Gartencenter. Beim Streit darüber wurde 2015 der Begriff „Verkaufsfläche“ merkwürdig verdreht. Ähnlichen Konkurrenz zwischen bestehenden und neuen Handelsflächen gibt es 2017 in Gera bei einem XXXL-Möbelmarkt.

In Jena wurde am Eichplatz ein Center geplant, mit den gleichen Argumenten wie die Centermacher sie immer wieder verwenden – dazu der Text Jena ist überall. Außerdem ein Beitrag bei der Bürgerinitiative mein Eichplatz. Im März 2014 lief der Countdown in Jena.

Ein Bericht zum 2014 eröffneten Center im Bikini Haus in Berlin, und zum womöglich bald größten Shopping-Center der Stadt, der am 24.9.2014 eröffneten Mall of Berlin.

Ein erfolgreiches Bürgerbegehren gegen ein Shopping-Center in Bonn, doch Karstadt-Investor Benko bedroht Bonn unter anderem durch Leerstand in den Gebäuden in seinem Eigentum. Den Protest der Bürgerinitiative beschreibt – ebenso wie einen Blog in München gegen ein Benko-Projekt – dieser Text.

Fast so groß wird das Überseequartier, neues Center in der HafenCity Hamburg.

Filme und Bilder
Ein Kurzfilm zum Angriff auf Zittau. Ein Hinweis auf einen schönen Film zu den Rückseiten von Shopping-Centern in Duisburg. Die Nachricht vom 1.4. zur MIPIM-Ehrung für Stadtzerstörung an den Kö-Bogen Düsseldorf. Und ein 60-Sekunden-Film zur Center-Rückseite von Libeskind.
Von der Immobilienmesse Expo Real 2014 einige Bilder neuer Shopping-Center.

Grundsätzliche Argumente 
im Text Der Mythos des unschädlichen Centers, darunter eine Entkräftung des Irrglaubens, Factory-Outlet-Center (FOC) seien irgendetwas anderes und darum weniger schlimm. Dazu passt die Buchbesprechung zu Factory Outlet Center – ein neuer Angriff auf die City. Schließlich ein Hinweis auf eine gemeinsame Erklärung von FOC-Gegnern.

Nachrichten der „Immobilien Zeitung“ im Sommer 2014 erklären einiges über die Finanzströme hinter Shopping-Centern und sprechen die Umwandlung der Kaufhäuser an.

Nicht zuletzt: Der Architekt, Immobilienunternehmer und Städteplaner Walter Brune im Gespräch auf dem Blog. Er entwickelte einst das Rhein-Ruhr-Zentrum und wurde dann zum Gegner großer Shopping-Center. Ergänzend einige Buchtipps auf der Webseite.

Der Online-Handel ist ein zusätzlicher Grund, keine neuen Handelsflächen zuzulassen – wie im Beitrag zu Multi-Channel als Denkmalschutz ausgeführt.

Alternativen für Stadtzentren: Um das Modell eines „Zentrumsmanagements“ nach Vorbild des Centermanagements, aber ohne Shopping-Center, geht es auf dem Blog in diesem Beitrag.

Wer meine Tätigkeit gegen Shopping-Center unterstützen möchte, kann nachfolgend flattern oder sich hier über Wege informieren, zu helfen. Vielen Dank!

Am Telefon: Center-Gegner und Bauernhaus-Freunde

Screen shots Jenapolis Bauernhaus

Am Montag klingelte es am Telefon und Gegner eines Shopping-Centers aus Jena meldeten sich, vernetzt unter anderem auf der Online-Plattform Jenapolis. Der Eichplatz im Herzen der Stadt soll mit einem Shopping-Center bebaut werden. Rund 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche würden rund 30 Millionen Euro jedes Jahr von anderen Läden wegnehmen – wenn sich nicht die Gegner der Bürgerinitiative mein Eichplatz durchsetzen.

Am Dienstag dann ein Anruf, bei dem es anfangs um ein ganz anderes Thema ging: Die IG Bauernhaus mit 6.000 Mitgliedern kümmert sich um das historische Erbe, das mit den alten Häusern verbunden ist. Dabei geht es auch um den Erhalt der Kulturlandschaft, die Häuser und Natur bilden. Und weil Altbauten den Neubau-Fetischisten immer wieder im Weg stehen, landeten wir dann plötzlich erneut beim Kampf gegen ein Shopping-Center: In Zittau sollen für ein „Fachmarktzentrum“ gleich 13 alte Häuser abgerissen werden. Wenn sich nicht auch hier die Bürger wehren, wie in der Bürgerinitiative. Sie haben sich mit anderen Centergegnern vernetzt – auch auf Facebook – die in Bautzen, Görlitz und Hoyerswerda gegen Center kämpfen.

Nicht am Telefon, sondern per E-Mail wurde ich am Donnerstag auf ein neu gestartetes Online-Magazin rund um Architektur und Bauen von frei04 Publizistik aufmerksam. Und im Feed von urbanophil stieß ich auf das Nospolis-Symposium in Wuppertal zu den Commons, gemeinschaftlich genutzten Gütern. Dort spricht unter anderem die Buchautorin Silke Helfrich, die den commonsblog betreibt – und die in Jena lebt und ein Profil bei Jenapolis vorweisen kann.