Schlagwort-Archive: Abriss

Verzeichnet, aber der Skandal bleibt

falsche Skizze

So sieht die ursprüngliche Skizze aus, die leider einen Fehler aufweist: der Häuserblock links ist kürzer, darum wird dort nicht abgerissen.

Eben einen Beitrag auf „Verbietet das Bauen“ gepostet zum Abriss von 20 Wohnungen im Prenzlauer Berg Berlin, da fällt mir doch glatt ein Fehler auf: entgegen Weiterlesen

Überblick: Beiträge zu Leerstand

leere Räume

Wenn man fordert, das Bauen zu verbieten, muss man sagen, wo die Menschen Platz finden. Zum einen geht es dann darum, zusammenzurücken, wie im Text für die Berliner Zeitung beschrieben, oder im Film Platzverschwender vs. Bruno Taut. Zum anderen würden wir weit kommen, wenn der Leerstand beseitigt würde, den wir allerorten finden, in Büros und Industriebauten, Läden und Wohnungen.

Welche erprobten Mittel und welche Ideen es dafür gibt, zum Beispiel in den Niederlanden, schildert das siebte Kapitel im Buch „Verbietet das Bauen!“.

Auf dem Blog „Verbietet das Bauen“ ging es in einer Reihe um Leerstand und Mittel dagegen: Weiterlesen

Abbau und Neubau II: Dessau

Vor kurzem hatte ich in einem kurzen Film den Kontrast von Abbau vs. Neubau in Wilhelmshaven angesprochen, wo die Kunsthalle von Schließung bedroht ist, während gleichzeitig im Stadtmarketing von der Neugründung eines Pumuckl-Museums gesprochen wird.

Dazu passt die aktuelle Meldung aus Dessau: Am Anhaltischen Theater sollen die Sparten Schauspiel und Ballett eingespart werden. War da nicht was? Ach ja: Stadt und Land planen, ein Bauhaus-Museum in Dessau neu zu bauen, für satte 25 Millionen Euro, wie zum Beispiel die Mitteldeutsche Zeitung berichtet.

Obendrein sei daran erinnert, dass derzeit in Berlin und den neuen Ländern gleich drei Bauhaus-Museen oder Erweiterungsbauten geplant werden, wie in einem weiteren Film auf dem Blog angesprochen wird: 90 Millionen Euro für Neubau von Kultureinrichtungen, für deren Betrieb dann später wieder kein Geld da sein wird.

Am Telefon: Center-Gegner und Bauernhaus-Freunde

Screen shots Jenapolis Bauernhaus

Am Montag klingelte es am Telefon und Gegner eines Shopping-Centers aus Jena meldeten sich, vernetzt unter anderem auf der Online-Plattform Jenapolis. Der Eichplatz im Herzen der Stadt soll mit einem Shopping-Center bebaut werden. Rund 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche würden rund 30 Millionen Euro jedes Jahr von anderen Läden wegnehmen – wenn sich nicht die Gegner der Bürgerinitiative mein Eichplatz durchsetzen.

Am Dienstag dann ein Anruf, bei dem es anfangs um ein ganz anderes Thema ging: Die IG Bauernhaus mit 6.000 Mitgliedern kümmert sich um das historische Erbe, das mit den alten Häusern verbunden ist. Dabei geht es auch um den Erhalt der Kulturlandschaft, die Häuser und Natur bilden. Und weil Altbauten den Neubau-Fetischisten immer wieder im Weg stehen, landeten wir dann plötzlich erneut beim Kampf gegen ein Shopping-Center: In Zittau sollen für ein „Fachmarktzentrum“ gleich 13 alte Häuser abgerissen werden. Wenn sich nicht auch hier die Bürger wehren, wie in der Bürgerinitiative. Sie haben sich mit anderen Centergegnern vernetzt – auch auf Facebook – die in Bautzen, Görlitz und Hoyerswerda gegen Center kämpfen.

Nicht am Telefon, sondern per E-Mail wurde ich am Donnerstag auf ein neu gestartetes Online-Magazin rund um Architektur und Bauen von frei04 Publizistik aufmerksam. Und im Feed von urbanophil stieß ich auf das Nospolis-Symposium in Wuppertal zu den Commons, gemeinschaftlich genutzten Gütern. Dort spricht unter anderem die Buchautorin Silke Helfrich, die den commonsblog betreibt – und die in Jena lebt und ein Profil bei Jenapolis vorweisen kann.

Vortrag Daniel Fuhrhop 11.12. in Dangast

VB Vortragsbild

Um „Verbietet das Bauen“ geht es am Mittwoch, den 11.12. in Dangast in der Kuranlage Deichhörn, die nach dem Willen vieler Kommunalpolitiker abgerissen werden soll. Die drei Häuser stammen aus den 1980er Jahren, sind also gerade mal gut 30 Jahre jung, und sollen trotzdem zerstört werden und dazu verkauft werden samt dazugehörigem Kurpark, damit stattdessen ein privater Investor eine Ferienanlage mit 700 Betten bauen darf. Und das Geld aus dem Verkauf des Grundstücks wiederum will der Stadtrat von Varel nutzen, um für 5 Millionen Euro einen Neubau nur wenige Meter entfernt zu errichten. Ein Paradebeispiel für die Bauwut: Schlechtgeredete Altbauten, Verkauf des Tafelsilbers und größenwahnsinniges Neubauprojekt. Das wollen sich viele Bürger nicht bieten lassen und sammelten 2.700 Unterschriften in einem Bürgerbegehren. Nachdem der Stadtrat ein erstes Begehren aus formalen Gründen ablehnte soll er nun einen Bürgerentscheid zulassen, der das ganze Projekt doch noch kippt.

Genau der richtige Anlass, über die Hintergründe der Bauwut zu sprechen. Daniel Fuhrhop ist daher zu Gast im KUNSTraum in der Kuranlage Deichhörn am Mittwoch, den 11.12. um 19.00 Uhr. Näheres zum KUNSTraum hier und zur Bürgerinitiative dort.

Beitrag in der „Planerin“ erschienen

Im Magazin „Planerin“ des Verbands der Stadt-, Regional- und Landschaftsplaner (SRL) erschien soeben mein Artikel „Warum das Bauen verboten werden sollte“, der auch auf dem Blog zum Bauverbot zu lesen ist. Es ist mir wichtig zu zeigen, dass gute Gründe gegen das Bauen sprechen: die schädlichen Folgen für die Umwelt und die Städte, die oft höheren Kosten des Neubaus im Vergleich zu Umnutzung und Sanierung, und die hinter der Bauwut steckenden Interessen von Lobbygruppen wie Baugewerkschaft und Bauindustrie. Es geht auch ohne Neubau, wenn wir schätzen, was wir bereits haben – unsere Häuser und Städte.

Titelbild Planerin