Auf dem Weg: Stadtwandel in Berlin

Bergmannstraße Berlin

So lebendig lieben wir die Stadt: Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg.

Für Gespräche und Diskussionen geht es in der kommenden Woche nach Berlin. Zwar wird vorher noch ein Film zu der Frage erscheinen, ob Bauen wirklich überall verboten werden soll, oder ob es nur um die umstrittenen Bauvorhaben wie das Tempelhofer Feld und Prestigeprojekte geht. Dennoch jetzt schon ein Ausblick auf die anstehende Reise. Der erste Stop ist allerdings noch vor Berlin, denn er liegt von Oldenburg aus auf dem Weg : In Braunschweig treffe ich Holger Pump-Uhlmann. Er ist Architekt und arbeitet im Büro alt + neu auch architekturbezogen, doch mein Interesse bezieht sich auf sein Engagement gegen Shopping-Center. So gab er 2006 das Buch Angriff auf die City mit heraus, ein Standardwerk der Kritik an großen Centern, insbesondere an denen von ECE.

Während es sich mit Holger Pump-Uhlmann um einen ersten Meinungsaustausch handelt, wird das Gespräch mit Roland Stimpel auf dem Blog „Verbietet das Bauen“ landen, in der Reihe „Wahrheit beginnt zu zweit“. Roland Stimpel ist Chefredakteur beim Deutschen Architektenblatt und nicht unbedingt einverstanden damit, das Bauen zu verbieten. Wie schrieb er doch in einer Kolumne über mich: Daniel Fuhrhop sei ein Idealist, der versucht, jeden Fetzen „modifizierte Natur“ zwischen zwei Brandwänden davor zu bewahren, Stadt zu werden. Darüber wird zu diskutieren sein. Die anderen, die Stimpel zufolge ebenfalls versuchen, das Bauen zu verhindern, seien die Egoisten, so schreibt er, „in einer Stadt wie Berlin nach dem Motto „Ick wohn hier schon, und det muss reichen“. Das haben sie vom leiblichen Großpapa gelernt, der einst am Rand seiner Kleinstadt auf dem Wüstenrot-Acker baute und dann vehement dafür kämpfte, dass die Wiese nebenan auf immer frei bleibe. Seine Enkel erhalten sich jetzt die Innenstadt luftig. Wer hier nichts findet, kann ja raus nach Suburbia.“ Damit sind dann sicher auch die Initiatoren von 100% Tempelhofer Feld gemeint, und mit einem aus deren Vorstand spreche ich für den Blog, mit Felix Herzog. Dass es mir nicht reicht, auf dem Tempelhofer Feld nicht zu bauen, habe ich kürzlich schon in einem 2-Minuten-Film deutlich gemacht.

Zwischendurch geht es ins Märkische Viertel. Diese Großsiedlung feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag, und wie als Geschenk modernisiert sie die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau derzeit für über 500 Millionen Euro. Hört sich viel an, aber wenn man den Betrag durch 15.000 Wohnungen teilt, dann ist es eher zuwenig. Über die Modernisierung wird mein ehemaliger Verlag neun kompakte Publikationen herausgeben, und dieses Projekt habe ich vermittelt, weil ich hier den „Stadtwandel in Zeiten des Klimawandels“ vorbildlich verwirklicht sehe.

Zuschüsse für die Reisekasse sind gern gesehen per Flattr oder auf diesen Wegen  und helfen mir, mich weiter intensiv dem Stadtwandel zu widmen – vielen Dank!

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