Stadtgewandelt: Bottrop und Berlin

Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Für den Wissenschaftspark Gelsenkirchen entwarfen Kiessler + Partner dieses Gebäude.

Die schönen und wie schrecklichen Orte des Stadtwandels im Ruhrgebiet liegen dicht beieinander. Meine Fahrt für mehrere Gespräche der Reihe „Wahrheit beginnt zu zweit“ auf „Verbietet das Bauen“, die allerdings erst nach Ostern zu hören sein werden, führte mich in Gelsenkirchen in den Wissenschaftspark, wo auf dem früheren Gelände der Firma Rheinelbe ein wunderschönes Institutsgebäude entstand. Wie im Vorbericht zur Fahrt berichtet, ging es dann zum M:AI und zur Landesinitiative Stadtbaukultur NRW, und die planen ein Projekt gleich nebenan zu sogenannten „Schrottimmobilien“, oder sagen wir besser zu verwahrlosten Immobilien wie in der Bochumer Straße. Um dieses Thema geht es unter anderem in der aktuellen Reihe zu Leerstand.

GE Bochumer Straße

Leerstehende und verwahrloste Immobilien in der Bochumer Straße in Gelsenkirchen.

Am nächsten Tag ging es dann ebenfalls im Ruhrgebiet darum, wie gleich eine ganze Stadt über längere Zeit umgewandelt werden kann zu einer Musterregion des Stadtwandels: Bottrop ist die InnovationCity Ruhr, und darüber sprach ich mit Oberbürgermeister Bernd Tischler. Ein beeindruckendes Gespräch mit einem der seltenen Stadtwandel-Fachleute oben an einer Stadtspitze: Herr Tischler ist Raumplaner und arbeitete als Baudezernent in Bottrop, hat jetzt aber als Oberbürgermeister ganz andere Möglichkeiten, den Wandel zu beeinflussen.
Dabei arbeitet er unter anderem mit Christina Kleinheins zusammen, die das Stadtplanungsamt von Bottrop leitet. Das Gespräch mit ihr, ebenfalls für „Wahrheit beginnt zu zweit“, dreht sich um das wahre Leben jenseits der Theorie, derzufolge Zersiedelung und Neubau verhindert werden sollten.

Bottrop Rathaus

Blick vom Stadtplanungsamt zum Rathaus Bottrop.

Für das Wochenende zurück nach Oldenburg und dann gleich nach Berlin, nicht zuletzt um erstmals ein Stadtforum des Senats für Stadtentwicklung zu besuchen. Eine Berlin-Strategie für 2030 soll hier entwickelt oder zumindest begleitet werden, und von dieser Einladung machten rund 600 Personen Gebrauch. Einige von ihnen protestierten, vor dem Plenum und in Gesprächen zu einzelnen Orten, gegen hohe Mieten und Verdrängung. Im Gespräch mit mehreren anderen Besuchern tauchte immer wieder die Frage auf, ob dieses Stadtforum nur der Scheinbeteiligung dient und dem Dampfablassen. Eine Frage, die wohl grundsätzlich der sogenannten Partizipation oder auch Beteiligung von Bürgern gilt, ohne die es nicht geht, aber mit der sich nicht unbedingt etwas an Planungen ändert.

Damit genug von dieser Reise, die Zeit und Aufwand bedeutet hat. Wer sich darauf freut, die Gespräch zu hören, der möge sich aufgerufen fühlen, einen kleinen Aufwand zu betreiben, und über Flattr oder auf diesen Wegen die Reisekasse aufbessern. Vielen Dank!

Stadtforum Berlin

Stadtforum Berlin im Energieforum. Man sieht die Tische mit Karten zu einzelnen Orten.

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