Einladung zum NABU

screenshot NABU

Recht spontan fahre ich zum Naturschutzbund Deutschland NABU, genauer gesagt zu einem Treffen von dessen Fachgebiet Siedlungsentwicklung in Kiel. Nach einem Impulsvortrag von mir werden wir über Bauen, wo bauen und nicht bauen diskutieren. Dabei verrät schon die Webseite des NABU , dass hier die Diskussion „Innenentwicklung oder Außenentwicklung“ eine Rolle spielt, so wie vor kurzen in meinem (Streit-)Gespräch mit Roland Stimpel. Es gibt einen Zielkonflikt in der Debatte über guten Stadtwandel: Gegen Zersiedelung und für eine Stadt der kurzen Wege einzutreten, kann bedeuten, für eine Verdichtung in den Städten einzutreten. Andererseits muss wegen der Klimaanpassung innen viel Freiraum bleiben. Das heißt: Entweder wir verdichten innen, um außen weniger zu bauen, oder wir verdichten nicht und lassen viel frei, um für heißere Tage vorzusorgen. Diese Ziele stehen im Konflikt miteinander. Meines Erachtens wird dieser Zielkonflikt von Neubau-Befürwortern ausgenutzt, indem sie innerstädtische Bauprojekte gegenüber Kritikern damit rechtfertigen, dass sie der Zersiedelung entgegenwirken. Diese Debatte kommt dem NABU vermutlich bekannt vor. Wenn ich nun meinen dogmatischen Standpunkt vorbringe, das (Neu-)Bauen generell zu beenden, dann liegt das auch daran, dass wir nach wie vor beides bekommen, Bauwut in den Städten, in den Stadtzentren, Stadtvierteln und am Stadtrand. Das zentrale Bauen bedeutet faktisch keine Alternative zum Bauen auf der grünen Wiese, denn es gibt derzeit kein „stattdessen“, sondern nach wie vor ein „Bauen immer und überall“.

So erklärt sich auch meine Haltung zu dem Projekt, die Grundsteuer so zu reformieren, dass Flächennutzung teurer wird und Zersiedelung gebremst wird, wie hier gefordert wird. Besser als unser bestehendes System wäre das sicher. Doch mir reicht es nicht aus, über eine Steuer die Nutzung des Bodens mehr oder weniger stark anzuregen, sondern ich sähe gern ein Ende der Zersiedelung unserer Städte und darum ein Bauverbot. Wir haben genug gebaut, nein – wir haben zuviel gebaut.

NACHTRAG, Stand 15.5.: Dieser Text entstand schnell vor der Abfahrt zum NABU, und vielleicht etwas sehr schnell. Das Anliegen einer Grundsteuer-Reform, Sanierung zu fördern, indem nur der Boden besteuert wird, kam hier gar nicht zur Sprache. Ich bin derzeit dabei, einen Text für den Blog „Verbietet das Bauen“ darüber zu erstellen, der das klarer machen soll.

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