Diskussion: „cradle to cradle“ statt Platzverschwendung?

Zum Film Platzverschwender vs. Taut auf dem Blog „Verbietet das Bauen“ ging ein Kommentar ein, der auf Michael Braungart verweist und dessen These des „cradle to cradle“, also „von der Wiege zur Wiege“. Demzufolge solle alles so gebaut werden, dass die Materialien nach der Benutzung wieder neu zum Bau anderer Produkte verwendet werden können, und diese Idee kann man auch auf das Bauen beziehen. Da mich manches daran ärgert, greife ich den Kommentar auf und gebe ihn samt meiner Antwort hier wieder (oder direkt auf dem Blog nachlesen):

Detlev Engel schreibt: Es ist die falsche Frage!
Wieso sollten wir uns (mit Raum) bescheiden? (Lesen Sie dazu Michael Braungart, Michael Mcdonough  Endlich intelligent produzieren Cradle to Cradle – Prinzip zu dem Punkt bescheiden oder Nullwachstum)
Im sozial geförderten Wohnungsbau heute wird einem Kind  ca. 11 m ² Wohnfläche zugestanden und gefördert, dem deutschen Schäferhund dagegen 16 m².  Auch das Platzverschwendung in die falsche Richtung. Diese  beiden Zahlen sagen allerdings mehr aus über die Wertschätzung der deutschen Gesellschaft Kindern gegenüber.
Detlev Engel

Meine Antwort:
Michael Braungart verspricht uns ein Perpetuum Mobile: Wenn wir demontierbar und wiederverwendbar bauten, dann müssten wir uns keine Grenzen auferlegen. “Downcycling” von Baumaterial zu Straßenbelag spiele keine Rolle, Grenzen des Wachstums seien aufgehoben, eine schöne heile Welt des Konsums mit gutem Gewissen erstehe wieder auf. Darum ist Braungart so beliebt in der Industrie.
Meines Erachtens ist es zwar sinnvoll, über mehrfach verwendbare Materialien nachzudenken, doch das kann nur ein Aspekt sein, und unsere Ansprüche an Platz sind ein anderer. Dass viele Menschen trotz ausreichend großer Wohnungen ihren Kindern weniger Platz als der erwähnte Schäferhund oder andernorts weniger Platz als der Fitnessraum zubilligen, spricht für andere Prioritäten, aber nicht für Platzverschwendung.
Daniel Fuhrhop

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